Vielfältige Mais-Varietäten

"Die grosse Vielfalt an Landsorten ist einer der kostbarsten Schätze der Menschheit. Sie dient als Basis für die langfristige Ernährung der Weltbevölkerung. Erst in den letzten Jahren ist diese Erkenntnis ins Bewusstsein der Entscheidungsträger gedrungen. Landsorten bedeuten Leben - Leben aber bedeutet Bewegung. Für Kulturpflanzen heisst das, sich dynamisch an wechselnde Rahmenbedingungen anzupassen." Barbara und Hans Oppliger vom Verein Rheintaler Ribelmais

Auf der Suche nach einem Nischenprodukt mit lebendigem Speisemais gelangten wir an Anhalonium, einem Maiskeim-Klub, der die Erhaltung ursprünglicher Mais-Ressourcen und die Entwicklung einer Varietätenvielfalt und genetische Diversität für den biologischen Anbau verfolgt im Rahmen einer menschenfreundlichen Agronomie und Maiskultur.

Von Hand "stüpften" wir die 100 Körner pro Sorte, die wir von Martin Häfeli, Anhalonium erhielten in den Boden, ernteten, trockneten, entkörnten und säten im darauffolgenden Jahr wieder und nochmals das gleiche Prozedere - 3 Jahre lang. Dann hatten wir genügend Saatgut, um eine ganze Hektare maschinell zu säen und zu ernten.

Dabei wurde alle Beteiligten auf die Probe gestellt: derjenige der säte, hatte mit der teilweise kleinen Korngrösse von Popvornmais seine Mühe und es mussten andere Säscheiben montiert werden, die normaler Weise für Zuckerrüben verwendet werden. Der Mähdrescher, der noch nie solch unterschiedliche Maispflanzen drusch und dann natürlich die Trocknung, die unter 40 Grad erfolgen musste. Schliesslich war es schwierig, eine geeignete Polenta-Mühle für unseren Hartmais zu finden. Die einzige noch tätige Maismühle befindet sich in Rheineck und es war mehr als entgegenkommend, dass unsere kleine Quantität verarbeitet wurde.

















Oranger Tessiner Mais in drei verschiedenen Farbnuancen.


















Die Schüler der Religionsklasse helfen fleissig mit bei der manuellen Maisernte.


















Verschiedene Polenta-Mais-Sorten wurden separat verköstigt und am Ende flossen 4 Sorten in unsere Polenta-Maisgriess-Mischung ein.

Zuckermais-Sorten der Incas und Atzteken sowie eine Genfer Sorte.
























Selbst im trockenen Jahr 2015 wuchsen die Landsorten gut und blieben lange grün.