Mischkultur / pfluglos

Pflugloser Anbau ist eine Anbaumethode, die immer mehr Anhänger findet. Wieso Anbau ohne Pflug? Was soll am Pflug schlecht sein? Mit dem Pflug wendet man die Erde in einer Tiefe von 20-30cm. Die unteren Schichten liegen danach oben und die Oberflächenschicht landet unten. Man kann sich vorstellen, dass die Bodelebewesen, welche an der Oberfläche leben nicht mehr ideale Lebensbedingungen vorfinden und teilweise absterben. Dasselbe geschieht mit den Bodelebewesen, welche tiefere Erdschichten bewohnen und dem Sonnenlicht ausgesetzt, verenden.

Eine weiterer Aspekt spricht gegen das Pflügen: durch die Verweseung der an die Oberfläche gebrachte Wurzelmasse entsteht eine grosse Menge CO2, was heute als als bedenklich gilt.

Pflugloser Anbau beinhaltet den Einsatz von Bodenbearbeitungsgeräten, welche nur noch in einer Tiefe von 4-8cm den Boden lockern und Wurzeln von Auswuchs- oder Beikräutern durchschneidet. Die Saat erfolgt danach in den so entstehenden Mulch. Der Nachteil ist der, dass der Bewuchs von Beikräutern stärker ist als bei einem gepflügten Feld. Der Vorteil wirkt langfristig, indem die Würmer und andere Bodelebenwesen geschont werden und somit ein stetiger Aufbau von Humus gefördert wird. Der Boden wird über die Jahre trittfester, da er nur noch an der Oberfläche behandelt wird. Dennoch ist er durch die Arbeit der Würmer genügend gelockert, um das Abfliessen von Wasser zu begünstigen.

Hier ein link von Franz Brunner, der seinen pfluglosen Anbau fortlaufend dokumentiert und wichtige Infos bereitstellt:

http://picasaweb.google.com/franzbrunner63



Mischkultur nennt sich der gleichzeitige Anbau von zwei oder mehreren Ackerfrüchten auf derselben Fläche. Die Vorteile von Mischkulturen sind die gegenseitig positive Beeinflussung der Pflanzen, die bessere Unterdrückung von Beikräutern und die Entgegenwirkung zur Erosion.

Ich habe in 2011 erstmals ein Feld mit Mischkultur angelegt. Eiweiserbsen und Leindotter sind leicht in der Mühle zu trennen, da die Erbsen gross und die Samen des Leindotters klein sind.

Der Voteil dieser Kombination liegt vor allem in der Unterdrückung von Beikräutern, welche bei Erbsen vor allem in der Schlussphase auftreten. Zudem gibt es eine leichte Stütze für die sonst am Boden liegenden Erbsen.

Das Resultat ist zufriedenstellend: 580kg Leindotterertrag pro Hektare als Zusatznutzen zu den Eiweisserbsen, wenig Verunkrautung, gute Stütze erleichtert das Dreschen.

Die Produkte, welche aus dem pfluglosen Mischfruchtanbau entstehen, werden über den Kanal http://www.naturkraftwerke.ch vermarktet. Der Begründer des Kleinunternehmens Naturkraftwerke, Antonius Conte, hat mit seinem Buch "Neues Essen" http://www.mischfruchtanbau.com/publikationen/neues-essen-1/leseprobe.html die Gemüter bewegt, was ihn ermutigte, ein Netzwerk mit Betrieben zu erstellen, welche biodynamisch und pfluglos Mischfrüchte anbauen. Es ist daraus sogar ein eigenes Label mit der Aufschrift "AUS PFLUGLOSEM MISCHFRUCHTANBAU" entstanden. Der Aspenhof gehört auch zu diesem Netzwerk aus wenigen Betrieben. Lesen Sie mehr dazu unter http://www.mischfruchtanbau.com