Lebendiges Getreide

Getreide ist unsere Faszination und speziell alte Sorten mit hohem Nährwert und bescheidenem Nährstoffbedarf.

Wir bauen Emmer, Einkorn und Dinkel an, manchmal auch Hafer oder extensiven Weizen.

Emmer gehört zusammen mit Einkorn zu den ältesten Kulturpflanzen. Seit mindestens 10'000 Jahren werden diese Getreidearten angebaut. Beide Getreide wachsen im Spelz, der nach der Ernte in einem speziellen Verfahren entfernt werden muss. Am Ende bleibt ca. 2/3 des Erntegewichts als Körner übrig. Der Spelz findet z.B. als Füllstoff für Kissen (wir schlafen schon seit Jahren darauf) verwendet. Ich gebe ihn meist auch als Mulch den Tomaten. Einkorn hat ein Korn im Spelz wie der Name besagt und Emmer zwei. Deshalb heisst der Emmer auch Zweikorn. Beide sind nicht miteinander verwand, da Einkorn vom wilden Weizen und Emmer vom wilden Emmer abstammt. Einkorn hat eine leicht orange Farbe, weil ein hoher Anteil Karotin enthalten ist, der vor allem für das Auge gesund ist. Beide Getreide weisen höhere Gehalte an Mineralstoffen und Aminosäuren auf als gewöhnlicher Weizen. Der Ertrag pro ha in Körner ohne Spelz liegt bei ca. 1-1.5 Tonnen. Verglichen mit einem konventionellen Weizenertrag von ca. 8 t / ha ist dies ein sehr bescheidener Ertrag. Deshalb rechtfertigt sich auch der höhere Preis.

Dinkel ist jünger als Einkorn, Emmer und Weizen. Er wird seit ca. 4000 Jahren angebaut. Er wächst im Spelz, wo sich zwei Körner darin befinden. Er ist einer Züchtung zwischen Weizen und Emmer oder Einkorn entsprungen. Der Etrag ohne Spelz liegt bei ca. 2-3 t / ha. Wir bauen die Urdinkel-Sorte Oberkulmer Rotkorn an. Die Halme des reifen Getreides stechen durch eine dunkelrote Farbe ins Auge und Dinkel-Felder sind im Juli deshalb besonders schön anzusehen. Dinekl wurde vor allem von Hildegard von Bingen als gesundes Getreide gelobt. Da Dinkel etwas höhere Proteingehalte aufweist als Weizen ist der Teig sehr geschmeidig, doch dafür auch etwas weniger Formstabil. Meist muss man beim Brotbacken eine Form verwenden.

Wir verwenden die eigene Ernte wieder als Saatgut. Deshalb kann sich das Getreide ideal an unsere Gegebenheiten anpassen; ist vertraut mit Wind und Wetter, mit Nützlingen und Schädlingen und wird jedes Jahr robuster gegenüber Krankheiten. Vom Saatgut bis zum veredelten Produkt - dieser Slogan trifft bei unseren Getreiden zu. Wir lassen die Getreide in einer kleinen Mühle, wo wir sicher sind, wieder unser Getreide zurück zu erhalten, entspelzen und zu Ruchmehl vermahlen. Das Vollkornmehl mahlen wir selbst in einer kleinen Steinmühle. Wir verkaufen nicht nur Körner und Mehle sondern produzieren aus dem Mehl und informiertem Wasser Teigwaren in verschiedenen Formen und Teigen.
















Blauer Emmer
















Pfauengerste
















Sibirisches Urkorn (von Sepp Holzer)